Der Historische Rundgang lädt zu einem Einblick in die Geschichte Hiltrups ein! Auf Informationsstelen wird mit Fotos und stichpunktartigen Texten die Historie wichtiger geschichtsträchtiger Orte im Stadtteil Hiltrup nachgezeichnet und ein Überblick über die Entwicklung des heutigen Münsteraner Stadtteils geboten. Seit Mai 2022 ist die erste Projektphase abgeschlossen und die Stelen an der Pfarrkirche St. Clemens, der Alten Feuerwache (heute Hiltruper Museum), der Alten Clemenskirche, dem Hiltruper Bahnhof, der Prinzbrücke und dem Hiltruper See laden zu einem spannenden Rundgang ein.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der STADTTEIL Offensive Hiltrup in Kooperation mit dem Hiltruper Museum. Eine Erweiterung des Rundgangs durch sieben weitere Stelen soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Das analoge Angebot wird zusätzlich durch diesen Online-Auftritt erweitert.

Alt St. Clemens

Die Alte Clemenskirche wurde im 12. Jahrhundert im damaligen Dorf Hiltrup erbaut. Sie gehört zu den ältesten steinernen Kirchenbauten im Münsterland. Stifter war vermutlich der Bischof von Münster. Derartige Stiftungen wurden im Mittelalter auf dem Grund und Boden des Stifters errichtet, um die Seelsorge der Dorfbewohner, die zu seinem Gutshof gehörten, sicherzustellen. Dazu statteten die Stifter die Kirche mit Besitzungen aus, die das Einkommen des Priesters sicherstellten.

Alte Feuerwache

In vorindustrieller Zeit waren in der Regel die Einwohner selbst für den Feuerschutz zuständig. So auch in Hiltrup: Brannte es, läutete in der Alten Clemenskirche die St. Anna-Glocke und alarmierte so die Nachbarschaft. Weil die meisten Gebäude aus Holz gebaut und mit Strohdächern gedeckt waren, kam es sehr schnell zu starken Bränden, vor denen vor allem das Vieh gerettet werden musste. Im Zuge der Industrialisierung wurde der Brandschutz immer mehr professionalisiert, zunächst mit Gründung Freiwilliger Feuerwehren.

Hiltruper Bahnhof

Das Hiltruper Bahnhofsgebäude entstand im Jahr 1908 und ist eines der letzten erhaltenen ehemaligen Empfangsgebäude der Eisenbahn in Münster.

Hiltruper See

Hiltrup befindet sich auf dem Rücken des etwa 80 Kilometer langen Münsterländer Kiessandzugs. In der Geschichte der Gemeinde war der Sand rund um die Hohe Ward immer wieder ein begehrter Rohstoff. So auch in den Jahren 1913/14, als man ihn für den Bau des Bahndamms Münster-Dortmund benötigte und hier Sandgruben anlegte. Ursprünglich war der Hiltruper See also ein Baggerloch, das mit Grundwasser volllief.

Pfarrkirche St. Clemens

Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich um 1900 entlang der Bahnstrecke und des Kanals in Hiltrup einige Industriebetriebe an, wie etwa die Max-Winkelmann-Werke (heute BASF). Dies sorgte für ein starkes Bevölkerungswachstum, welches sich auch in der Zahl der Gläubigen in Hiltrup widerspiegelte: Lebten 1851 etwa 650 Katholiken in Hiltrup, waren es nur knapp 60 Jahre später, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, schon 1.600. Die bisherige Kirche der Gemeinde, Alt-St. Clemens, konnte längst nur noch einen Bruchteil der Gläubigen aufnehmen.

Prinzbrücke

Allein im Münsteraner Stadtgebiet wird der 1899 eröffnete Dortmund-Ems-Kanal heute von knapp 30 Brücken überquert. Doch kaum eine andere besitzt eine ähnlich bunte Geschichte wie die Hiltruper Prinzbrücke.