In vorindustrieller Zeit waren in der Regel die Einwohner selbst für den Feuerschutz zuständig. So auch in Hiltrup: Brannte es, läutete in der Alten Clemenskirche die St. Anna-Glocke und alarmierte so die Nachbarschaft. Weil die meisten Gebäude aus Holz gebaut und mit Strohdächern gedeckt waren, kam es sehr schnell zu starken Bränden, vor denen vor allem das Vieh gerettet werden musste. Im Zuge der Industrialisierung wurde der Brandschutz immer mehr professionalisiert, zunächst mit Gründung Freiwilliger Feuerwehren. Wenige Jahre nach dem Aufbau der ersten Freiwilligen Feuerwehr von Münster im Jahr 1871 gründete man auch in Hiltrup, wo sich immer mehr Menschen ansiedelten, im Jahr 1892 eine Freiwillige Feuerwehr. Zunächst gab es kein eigenes Gebäude dafür; zum Aufhängen und Trocknen der Schläuche diente ein hölzerner Turm an der Amelsbürener Straße. Doch mit dem schnellen Wachstum der Gemeinde seit Beginn des 20. Jahrhunderts, bedingt durch die industriellen Ansiedlungen am Kanal und der Eisenbahnstrecke, benötigte man schließlich mehr Einsatzkräfte, Fahrzeuge und Gerätschaften und folglich auch ein größeres Feuerwehrhaus.

1934 weihte die Freiwillige Feuerwehr ihr neues Gerätehaus an der Hohen Geest ein, das schon kurze Zeit später um einen Turm erweitert wurde. Im Gebäude konnten zwei Fahrzeuge abgestellt und gewartet werden, so blieb auch im Winter das Löschwasser in den Tankwagen frostgeschützt. Für Einsätze und Übungen fuhren die Feuerwehrleute die Wagen dann durch zwei große Tore, in deren Öffnungen sich heute Fenster befinden. Der Turm diente den Feuerwehrleuten einerseits zum Trocknen der Schläuche und andererseits zum Üben von Rettungseinsätzen über Steigerleitern.

Doch auch das neue Gerätehaus konnte nicht lange den Anforderungen der wachsenden Gemeinde standhalten. Mitte der 1960er Jahre verabschiedete sich die Freiwillige Feuerwehr aus der Alten Feuerwache und zog in einen Neubau an der nahegelegenen Friedhofstraße ein, in dem sie auch heute noch beheimatet ist.

Die Alte Feuerwache wurde anschließend 30 Jahre lang privat genutzt, unter anderem als Atelier für verschiedene Künstler. 1998 zog dann das Hiltruper Museum in die Feuerwache ein. Der Museumsverein war 1984 gegründet worden und zunächst in den ehemaligen Lagerräumen der alten Dampfmühle Wentrup am Osttor beheimatet. Seit dem Umzug in die Alte Feuerwache präsentiert der Museumsverein in den Räumen der Alten Feuerwache wechselnde Ausstellungen zu Kunst, Kultur und Geschichte und bietet mit einer Dauerausstellung Einblicke in die Hiltruper Heimatgeschichte.

Hölzerner Feuerwehr-Turm an der Amelsbürener Straße (ca. 1893)

Hölzerner Feuerwehr-Turm an der Amelsbürener Straße (ca. 1893)

Feuerwehr-Hauptmann Mense (1920)

Feuerwehr-Hauptmann Mense (1920)

Neue Schiebeleiter der Hiltruper Feuerwehr (1933)

Neue Schiebeleiter der Hiltruper Feuerwehr (1933)