Hiltrup befindet sich auf dem Rücken des etwa 80 Kilometer langen Münsterländer Kiessandzugs. In der Geschichte der Gemeinde war der Sand rund um die Hohe Ward immer wieder ein begehrter Rohstoff. So auch in den Jahren 1913/14, als man ihn für den Bau des Bahndamms Münster-Dortmund benötigte und hier Sandgruben anlegte. Ursprünglich war der Hiltruper See also ein Baggerloch, das mit Grundwasser volllief.

Im Jahr 1920 pachtete dann der Dortmunder Fabrikant Georg Steiner den See, um darin Forellen zu züchten. Seit dieser Zeit ist das kleine Gewässer auch als „Steiner See“ in den Hiltruper Sprachgebrauch eingegangen. Die Fischzucht wurde allerdings schon einige Jahre darauf aufgegeben und der Fabrikant errichtete stattdessen eine kleine Gaststätte am Seeufer. Teile des Ufers wurden zudem als Badestrand freigegeben.

In den 1930er Jahren errichtete die Gemeinde Hiltrup dann ein „Seebad“ mit Strandnutzung, Liegewiesen und einem Sprungturm. An heißen Tagen kamen teilweise bis zu 10.000 Badegäste pro Tag, die häufig mit der Bahn anreisten, denn zwischen 1949 und 1964 gab es an der Strecke Münster-Hamm die Bahnstation „Steiner See“. Im Jahr 1965 wurde das Gewässer allerdings für den Badebetrieb geschlossen. Denn nahezu alljährlich waren Menschen beim Baden ertrunken und die Wasserfläche war für eine ausreichende Aufsicht schlichtweg zu groß. Um Ersatz zu schaffen, baute man ein neues Freibad, welches 1968 an der Nordseite des Sees eröffnet wurde. Zur selben Zeit öffnete auch das nahegelegne Hotel seine Pforten, später folgten die Anlagen des 1. Tennisclubs Hiltrup und auch der Hiltruper Segelclub fand hier sein Zuhause. Pläne aus den 60er Jahren, die ein riesiges Freizeit- und Urlaubszentrum rund um den See planten, wurden dagegen nie realisiert. Bis heute erfreut sich das Naherholungsgebiet rund um den Hiltruper See gemeinsam mit der Hohen Ward großer Beliebtheit und ist eines der bekanntesten Ausflugsziele in Münster.

Haus Steiner am Hiltruper See (ca. 1940)

Haus Steiner am Hiltruper See (ca. 1940)

Pfad am Hiltruper See (1935)

Pfad am Hiltruper See (1935)

Badegäste am Hiltruper See (ca. 1960)

Badegäste am Hiltruper See (ca. 1960)